Baumorakel Weide

Baumorakel 

Baumorakel Weide

Erscheint Dir die Weide in den Karten geht es für Dich in Zukunft darum, Emotionen zuzulassen und Neues willkommen zu heißen.

Steckbrief Weide

Familie: Salicacaea

Gattung: Salix

Keltisch: sal, saliks (sal = nahe, lis = Wasser)

Symbolik der Weide

Die Weide hat viele Arten. Zu den bekanntesten zählen wohl die Trauer- und die Korbweide. Allgemein lässt sich über Weidenbäume sagen, dass sie sehr „schnelllebig“ erscheinen. Das weiche Holz, der gerne am Wasser oder morastigen Gegenden stehenden Weide, fault schnell und wird rasch morsch, doch genauso schnell treibt die Weide immer wieder aus, egal wie häufig man sie stutzt. Abgebrochene Zweige der Korbweide muss man nur in den nassen Boden stecken und schon schlagen sie Wurzeln. Sie ist ein nur scheinbar schwacher Baum, der seine Schwäche zur Stärke macht. Zudem ist Weidenrinde ein sehr starkes Bindemittel. Die Weide wurde von alters her mit dem zu und wieder abnehmendem Mond in Verbindung gebracht, einmal aufgrund ihrer Liebe zum Wasser und auch wegen ihres steten Sterbens und Austreibens.

Die hohlen Stämme der Weiden bieten Lebensraum für zahlreiche Tiere und früher vermutete man in ihnen geheime Wege in die Anderswelt.

Das Wort Weide kommt vom indogermanischen Wortstamm uei, genau wie die Wörter, ‚weich‘ und ‚Weib‘. Weide bedeutet so viel wie biegsam.

Mit der Weide wurden viele Hexenzauber in Verbindung gebracht. Zugleich galt sie als jungfräulicher Baum, da sie zwar Blüten, doch niemals Früchte trägt. Im alten Europa galten ihre Essenzen daher als Empfängnisverhütendes Mittel und als negativ für die Libido. In China hingegen ist die Weide ein Symbol für sexuelles Verlangen und vielerorts wird sie mit Schwangerschaft und Mutterschaft in Verbindung gebracht.

Die Weide steht in vielen Kulturen für Trauer. Flöten aus Weidenholz wurden bei Trauerzeremonien gespielt. In einer Legende wird von einem Mann erzählt, der mit einer Frau verheiratet war, die sich jede Nacht davon stahl und sich an einen Bach unter einer Weide niederließ. Der Mann beobachtete dies eines Nachts und fällte danach die Weide. Doch seine Frau starb mit dem Baum, denn sie war in Wahrheit ein Baumgeist. Ihre Kinder schnitzten sich Flöten aus dem Holz der Weide und wenn sie auf diesen spielten, konnten sie die Stimme ihrer Mutter hören.

Traumdeutung Weide

Als Traumsymbol tritt die Weide hauptsächlich als Trauerweide in Erscheinung. In dieser Form wird sie als ungünstiges Vorzeichen oder auch als verdrängte Trauer gedeutet.

Eine Weide wird aber auch traditionell mit Schwangerschaft und Mutterschaft in Verbindung gebracht. Andere sehen in ihr ein Bild für Gemütskrankheiten.

Die Weide kann auch für Flexibilität und Belastbarkeit stehen der – negativer ausgelegt – für ein fehlendes Rückgrat und einen labilen Gemütszustand.

Die Weide als Baum der Götter

Bei den Kelten wurden Puppen aus Weidenholz gefertigt, die verbrannt wurden, um den Gott des Winters zu vertreiben und die Göttin des Todes in die Brigid, die Göttin des Lichts zu verwandeln. Brigid, die Lichtjungfrau, wurde mit der als kühl und licht geltenden Weide in Verbindung gebracht. Brigid war die Muse der Heiler, Schamanen, Dichter und Zauberer und so wurde aus der Weide auch der Hexenbaum, mit dem dessen Hilfe viele böse Zauber verrichtet werden sollten.

Die Weide galt auch als Schwellenbaum. Durch ihre hohlen Stämme sollten Zauberwesen in die Anderswelt gelangen und sie galt als Verbindung von Wasser und Land, Sterben und Geburt.

Die Weide als Heilpflanze

Besonders die Rinde der Weide findet traditionell in der Volksmedizin Anwendung bei einer Reihe von Beschwerden. Die Weidenrinde enthält viel Salicylsäure, die bereits seit vielen Jahren gegen Fieber eingesetzt wird. Darüber hinaus hat Salicylsäure eine adstringierende und tonisierende Wirkung. Acetylsalicylsäure findet sich beispielsweise im Schmerzmittel Aspirin. Die Bachblüten-Essenz Willow soll einsamen und verbitterten Menschen helfen.

Baumorakel Weiden-Karte richtig herum gezogen

Emotionen zulassen, Fruchtbarkeit, Neues willkommen heißen

Die Weide galt schon vor Jahrhunderten als magischer Baum. Sie besitzt die Fähigkeit, sich ständig zu erneuern, ist anpassungsfähig und biegsam. Die Weide steht meist in Wassernähe und Wasser und somit in starker Verbindung zum Mond und zur Welt der Gefühle. Erschient Dir die Weide in den Karten, dann bringt sie Dir die Themen Spiritualität, Intuition, verborgene Gefühle, Trauer und Enttäuschung mit. Vielleicht hast Du vor einiger Zeit einen Verlust erlitten, den Du noch nicht verarbeitet hast oder Du hast eine größere Enttäuschung hinter Dir. Die Weide ermutigt Dich dazu, die Trauer zuzulassen und auf die heilende Kraft Deiner Tränen zu vertrauen. Du musst auch seelische Schmerzen zulassen, um sie wirklich verarbeiten zu könne. Gehst Du zu kopflastig und rational an die einschneidenden Erlebnisse in Deinem Leben heran, dann bricht die Trauer irgendwann doch hervor und überrennt Dich. Die Weide zeigt Dir, dass in jedem Ende, jedem Verlust und jeder Enttäuschung auch ein Neuanfang steckt. Mit der Weide kannst Du die Wüste fruchtbar machen. Gib dem Abschied und dem Schmerz Raum, aber lasse ebenso das Neue zu, nähre es und lasse es wachsen. Nur so findest Du zu ausgewogenen Emotionen. Das Neue, das geboren werden will, kann in vielfältiger Weise zu Dir kommen: ganz wörtlich als Schwangerschaft und neues Leben, aber auch als Neugeburt Deines Selbst nach einem Zusammenbruch, als originelle oder kreative Idee, die in Dir reift, als wichtige Entscheidung, die getroffen werden will. Die Weide lehrt Dich nicht nur Neues, sondern auch ungewohntes oder andersartiges willkommen zu heißen. Nimm ruhig auch Impulse und Anregungen an, die Dir zunächst fremd erscheinen. Dass Du Dich ihnen öffnest, heißt nicht, dass Du sie am Ende nicht auch ablehnen kannst.

Baumorakel Weiden-Karte auf dem Kopf gezogen

Im Schatten der Weide:sich gehen lassen, Abwehr

Wenn Dir die Weide auf dem Kopf erscheint, kann sie Dir sagen wollen, dass Du Dich in der letzten Zeit zu sehr in Deine Gefühle hast fallen lassen. Es ist völlig in Ordnung, seelischen Schmerz zuzulassen und auch, sich einmal eine Weile gehen zu lassen, um Dinge angemessen zu verarbeiten. Doch sollte man dabei nicht den Kontakt zur Realität und zur Außenwelt verlieren. Vielleicht hilft es Dir, Dich nicht zu sehr in Deine Gefühle zu vergraben, sondern mit anderen darüber zu reden.

Vielleicht steigerst Du Dich derzeit auch in eine Sache hinein, die mit ein wenig Abstand betrachtet gar nicht so groß ist, wie sie Dir derzeit erscheint.

Die Weide auf dem Kopf kann auch bedeuten, dass Du jemanden vor den Kopf gestoßen hast, der Dir helfen wollte. Versuche nicht, alles alleine zu lösen, manchmal kommt man schneller voran, wenn man Hilfe von außen zulässt.

Geschichte zur Weide

Er setzte sich unter den Baum, er fühlte sich so müde.
Sein Kopf neigte sich, seine Augen schlossen sich zum Schlaf.
Aber er fühlte und spürte, wie die Weide ihre äste zu ihm niedersenkte.
Der Baum schien ein alter gewaltiger Mann zu sein.
Es war der Weidenvater selbst, der ihn in seine Arme nahm und ihn,
den müden Sohn, ins dänische Land heimtrug, an den freien, hellen Strand,
in die Stadt Kjöge selber, der in die Welt hinausgezogen war, um ihn zu suchen und zu finden.
Und nun hatte er ihn gefunden und in den kleinen Garten am Bach gebracht.
Hier stand Johanne in all ihrer Pracht, mit der goldenen Krone auf dem Kopf,
so wie er sie zuletzt gesehen hatte, und rief: „Willkommen!“

Aus ‚Unter dem Weidenbaum‘ von Hans Christian Andersen (1805 – 1875)




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