Baumorakel Linde

 

Baumorakel Linde

Die Linde steht für Gemeinschaft, Heimat und Liebe. Bei den Kelten hatte jeder Hof eine Linde als Schicksalsbaum. Mit ihm war das Geschick der Sippe verbunden.

Steckbrief Linde

Familie:                Malvaceae, Malvengewächse

Gattung:             Tilia

Keltisch:              leimâ

Tradition der Linde

Den Germanen und Slawen galt die Linde als geheiligter Ort. In späterer Zeit hatten viele Orte in Mitteleuropa eine Dorflinde mit einem Platz, auf dem man sich zum Austausch von Nachrichten oder zum Tanz traf und auf dem Gericht gehalten wurde. So wurde die Linde zum Symbol für Heimat, Gemeinschaft, Gastfreundschaft  und Gerechtigkeit. Die Linde symbolisiert darüber hinaus eheliche Liebe. So wird der 31. Hochzeitstag als „Lindenhochzeit“ bezeichnet. Die Linde steht für Zärtlichkeit und Sehnsucht.

Traumdeutung Linde

Wem die Linde im Traum erscheint, dem soll Heilung wiederfahren. Diese kann seelischer oder physischer Natur sein. Die Linde ist ein Ort der Kraft, der Energie birgt und weitergibt.

Die Linde als Baum der Großen Göttin

Die Bäume galten den Kelten als Körper der transzendenten Gottheiten. In Anbetracht des sichtbaren Baumes konnten sich die Götter dem inneren Auge offenbaren. In der Linde erschien den Kelten die Große Göttin in freundlicher und sinnlicher Gestalt. Unter dem Blattwerk der Linde, fand man ihren Schutz. Die Linde verkörperte für die Kelten das die Eiche ergänzende spirituelle Prinzip. Während die Eiche Recht und Krieg symbolisierte, wurden der Linde Schutz und Frieden zugesprochen.

Die Linde als Heilpflanze

In der Naturheilkunde werden die Blüten der Linde verwendet. Im Juni können könne sie gesammelt und als Tee oder Tinktur aufbereitet werden. Lindenblüten wirken auf vielfältige Weise (beruhigend, blutreinigend, entspannend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, schleimlösend, schweißtreibend) und finden bei Grippe ihre Hauptanwendung. Auch bei körperlichen und geistigen Spannungen, Problemen beim Einschlafen und Allergiebeschwerden kann die Linde helfen.

Baumorakel Linden-Karte richtig herum gezogen

Gemeinschaft, Gerechtigkeit, Schutz

Die Linde wächst besser auf einem Platz als im Wald. So wurde sie bereits für die Kelten zum Mittelpunkt des Gemeinschaftslebens als Versammlungsort auf dem Dorfplatz auf dem eigenen Hof. Hier wurden Feste gefeiert, gelacht, geplaudert und getanzt. Die Linde begünstigt die Begegnung mit dem Gegensätzlichen. Erscheint Dir die Linde in den Karten, so bricht für Dich eine Zeit an, in der Du den Wert der Gemeinschaft anerkennen und nutzen solltest. Begib Dich ins Leben, genieße seine Freuden. Die Linde gibt Dir die Gelegenheit, den Austausch mit Deinen Mitmenschen gezielt für Dich und Deine Ziele einzusetzen. Sie richtet sich an Deine Fähigkeit in Dialog mit Deinen Mitmenschen zu treten, ihre Beweggründe und Ideen zu verstehen und Vereinbarungen zu treffen. Die Linde lehrt Dich Einverständnis und Gemeinschaftsarbeit. Sie kann Dir den Weg zur Harmonie zeigen, indem Du lernst auch die Aspekte in Beziehungen zu akzeptieren, die Dich schon lange gestört haben. Du musst begreifen, dass auch diese Aspekte ihren Sinn haben und dass Du von gegensätzlichen Ansichten profitieren und lernen kannst. Die Linde ist ein Friedensstifter, sie lässt Kopf und Herz und Licht und Schatten als Einheiten zusammen treffen.  Besonders für Dein Verhalten und Deine Einstellung in partnerschaftlichen Beziehungen kann Dir die Kraft der Linde von Nutzen sein. Aber auch in beruflichen Beziehungen ist die Fähigkeit durch Kommunikation Einigung zu erreichen ein großer Vorteil.

Die Linde war auch der Ort, an dem man Gericht hielt. Unter dem schützenden Laub der Linde erhofften sich die Menschen ein milderes, ein linderes Urteil als unter der Eiche, denn die Linde stand für Schutz und Frieden. Auch Dich kann die Linde die Fähigkeit lehren, gerechte zu urteilen, nicht zu hart mit Dir selbst und Deinen Mitmenschen ins Gericht zu gehen, um konstruktive Lösungen für Probleme zu finden. Auch auf anderen Ebenen berührt die Linde Deinen „weichen Kern“. Sie gibt Dir die Kraft und die Liebe für andere einzutreten und Dir wichtige Menschen und Dinge zu schützen.

Baumorakel Linden-Karte auf dem Kopf gezogen

Im Schatten der Linde: Rückzug, Redseligkeit, Fehlurteil

Zeigt sich Dir die Linde auf dem Kopf, so ist es für Dich an der Zeit, aus ihrem Schatten zu treten. Auch unter vielen, kann man einsam sein. Vielleicht lässt Du zurzeit niemanden wirklich an Dich heran, entweder, indem Du Dich zurück ziehst oder in dem Du Dich auf eine Weise ins Getümmel stürzt, die aufgesetzt und oberflächlich bleibt. Öffne Dich einmal wieder und Du wirst sehen, dass das was Du zu geben hat, zu Dir zurückkommt.

Doch Vorsicht, auch das Gegenteil kann der Fall sein. Vielleicht neigst Du derzeit dazu, Deine Belange zu sehr preis zu geben und läufst Gefahr, Menschen zu Vertrauen, die dieses Vertrauen für ihre Zwecke ausnutzen. Die germanischen und keltischen Krieger schnitzten sich Schilde aus Lindenholz, die sie mit dem geschmeidigen Bast des Baumes verstärkten. Lass auch Du Dir von der Linde Schutz geben. Ziehe Dich nicht zurück, sondern horche in Dich hinein und lerne den Unterschied zwischen sich öffnen und Vertrauen schenken und reiner Redseligkeit.

Die Linde auf dem Kopf warnt Dich auch davor, ein zu schnelles Urteil über eine Person oder eine Angelegenheit zu fällen. Es ist nicht die Zeit, sich rasch festzulegen und zu entscheiden. Überdenke Deine Sache noch einmal offen und ehrlich und versuche dabei, andere Meinungen und Perspektiven zu berücksichtigen.

Lied zur Linde

Am Brunnen vor dem Tore,
Da steht ein Lindenbaum:
Ich träumt’ in seinem Schatten
So manchen süßen Traum.

Ich schnitt in seine Rinde
so manches liebe Wort;
Es zog in Freud und Leide
Zu ihm mich immer fort.

Ich mußt’ auch heute wandern
Vorbei in tiefer Nacht,
Da hab ich noch im Dunkel
Die Augen zugemacht.

Und seine Zweige rauschten,
Als riefen sie mir zu:
Komm her zu mir, Geselle,
Hier findst Du Deine Ruh!

Die kalten Winde bliesen
Mir grad in’s Angesicht;
Der Hut flog mir vom Kopfe,
Ich wendete mich nicht.

Nun bin ich manche Stunde
entfernt von jenem Ort,
Und immer hör ich’s rauschen:
Du fändest Ruhe dort!

(Wilhelm Müller, 1794-1827)




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